Die Marchregion ist eine uralte Kulturlandschaft. Schon vor 7000 Jahren begannen die Menschen hier mit Ackerbau und Viehzucht. Die Wiesen, wie wir sie heute kennen, entstanden in den letzten 1000 Jahren, seit der Erfindung der Sense.
Die Intensivierung in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten hat auch in diesem Gebiet sichtbare Spuren hinterlassen. Das heutige Landschaftsbild im Gebiet der March-Thaya-Auen prägen Äcker, Wälder und Siedlungen. Die früher häufigen Wiesen und Weiden verschwinden zunehmend.
Die aktuelle Zunahme der Anbauflächen für die Energienutzung (Energie aus „Biomasse" wie Weizen, Raps oder schnellwüchsiges Holz) ist aus Naturschutzsicht nicht immer ausschließlich positiv, denn diese neuen Ackerflächen können das Ausmaß der Wiesen weiter reduzieren. Gerade auf feuchten Böden wie jenen der Marchauen, dort wo früher Wiesen waren, wachsen manche Energiepflanzen besonders gut. Mit den Wiesen verschwinden aber auch die darin lebenden Tier- und Pflanzenarten.
An der March gab es in den letzten Jahren einige, zum Teil verheerende Hochwässer. Dies hat an eine simple Tatsache erinnert: Wasser braucht Platz. Reicht das Flussbett und die unmittelbar anschließende Au nicht mehr aus um Hochwassermassen zu fassen, sucht sich das Wasser weitere Räume.
An der unteren March ermöglicht etwa die Lange Luss, dass sich der Fluss ausbreiten kann, ohne größeren Schaden anzurichten. Denn Hochwasserschutzdämme sichern Siedlungen und wichtige Infrastruktureinrichtungen, sie ersparen uns aber nicht, dem Fluss ausreichend große Überschwemmungsgebiete „anzubieten".


