Die Flora der March-Thaya-Auen ist einzigartig. Viele Pflanzenarten, die sonst hauptsächlich in Osteuropa wachsen, erreichen hier die Westgrenze ihrer Verbreitung.
Zehn der bunten Blumen wachsen in Österreich überhaupt nur hier, wie die Hügel-Nelke (Dianthus collinus), das Dünen-Stiefmütterchen (Viola tricolor subsp. „curtisii") oder das Steppen-Mädesüß (Filipendula ulmaria subsp. picbaueri).
Porträts typischer Blumen & Gräser:
Zehn der bunten Blumen wachsen in Österreich überhaupt nur hier, wie die Hügel-Nelke (Dianthus collinus), das Dünen-Stiefmütterchen (Viola tricolor subsp. „curtisii") oder das Steppen-Mädesüß (Filipendula ulmaria subsp. picbaueri).
Porträts typischer Blumen & Gräser:
Die weit verbreitete Gewöhnliche Waldrebe ist als auffällige „Liane" allgemein bekannt. Die ganzblättrige Waldrebe
(Clematis integrifolia) ist die attraktiv blauviolett blühende, seltene Verwandte in Überschwemmungswiesen. Das außergewöhliche Hahnenfußgewächs war früher im pannonischen Gebiet Österreichs weiter verbreitet. Heute zählt die Art zu den „stark gefährdeten" Arten der Roten Listen, deren österreichische Vorkommen fast ausnahmslos auf das Marchtal beschränkt sind.
Der Kanten-Lauch
(Allium angulosum) besiedelt, wie auch die Wildform des Schnittlauchs, feuchte Standorte. In den Überschwemmungswiesen der March bevorzugt die Art die tiefgelegenen, feuchtesten Standorte. In vier österreichischen Bundesländern ist der Kanten-Lauch heute als Folge von Biotopzerstörung bereits ausgestorben. In den Marchwiesen bildet er teilweise noch individuenreiche Populationen, die heute die bedeutendsten Vorkommen der Art in Österrreich darstellen.
Der Wiesen-Alant
(Inula brittanica) ist ein Körbchenblütler mit besonders langen, auffällig gelb gefärbten Strahlblüten. Die Art blüht nach dem ersten, oft auch noch nach dem zweiten Wiesenschnitt und sorgt für einen prächtigen Hochsommer- und Herbstaspekt vieler Überschwemmungswiesen. Der Wiesen-Alant erlitt aufgrund der österreichweiten Biotopzerstörung gravierende Verluste und gilt als „gefährdet". Die Bestände im Marchtal sollten daher unbedingt im derzeitigen Umfang erhalten bleiben.
Die Sommer-Knotenblume
(Leucojum aestivum) ist eine der charakteristischsten Pflanzen der Marchauen und hat ihre reichsten Vorkommen in Überschwemmungswiesen. Wie viele andere Pflanzen der Marchauen hat sie ihre Hauptvorkommen im Süden und Südosten Europas und erreicht im Marchtal die nordwestliche Grenze ihrer geschlossenen Gesamtverbreitung. Wegen des starken Rückgangs wird die Sommer-Knotenblume in den Roten Listen für Österreich als „stark gefährdet" eingestuft.
Die Sibirische Schwertlilie
(Iris sibirica) ist wegen ihrer Attraktivität eine der prominentesten Feuchtwiesen-Arten. Ürsprünglich in Österreich verhältnismäßig weit verbreitet, erlitt sie wegen Standortszerstörung überall gravierende Biotopverluste und gilt daher heute als „stark gefährdet". Im pannonischen Gebiet war die Sibirische Schwertlilie seit jeher selten. Um ihr natürliches Verbreitungsgebiet zu erhalten, sind die Vorkommen in den Marchwiesen von besonderer Bedeutung.
Der Name des Gnadenkrauts
(Gratiola officinalis) beruht auf seiner ehemaligen Nutzung als „gnadenbringende" Arzneipflanze. Die Art kennzeichnet nasse Überschwemmungswiesen, wo sie nach lang anhaltenden Überflutungen schnell die vegetationsfrei gewordenen Flächen besiedeln kann. Bei geschlossener Pflanzendecke wird die niederliegend wachsende Art rasch von höherwüchsigen Arten verdrängt. Das Gnadenkraut ist damit eine der Arten, deren Überleben von einer intakten Hochwasserdynamik abhängt.
Der Lebensrhythmus der Herbst-Zeitlose
(Colchicum autumnale) ist eng an den Mährhythmus angepasst. Sie blüht nach dem zweiten Schnitt, bildet zur Blütezeit aber keine Blätter aus. Die Blätter und Früchte werden erst im Frühjahr darauf gebildet. Während die Früchte vor der ersten Mahd reifen, vergilben die Blätter bereits. Nach dem ersten Schnitt überdauert die Herbst-Zeitlose mit ihren Speicherknollen im Boden und ist oberirdisch unsichtbar, bis sie nach dem zweiten Schnitt wieder blüht.
Der Wiesen-Fuchsschwanz
(Alopecurus pratensis) ist in den Überschwemmungswiesen der March eine der bestandesbildenden Arten. Das Gras zeigt bei hohem Ertrag sehr günstige Futterqualität und liefert somit wertvolles Heu. Die langen Halme überragen mit ihren schmal walzenförmigen Blütenständen („Fuchsschwanz!) bei Hochwässern oft das Überschwemmungsniveau. Der Wiesen-Fuchsschwanz zählt zwar in Österreich nicht zu den gefährdeten Arten, erfährt aber wegen anhaltender Lebensraumzerstörung starke Rückgänge.
Die größten Besonderheiten sind oft unscheinbar! Das kleinblütige Schaumkraut
(Cardamine parviflorum) galt in den Marchauen bereits als ausgestorben. Doch bei genauerer Suche zur passenden Jahreszeit konnte diese einjährige Art aber noch in etlichen Überschwemmungswiesen gefunden werden. Wegen ihrer Kleinheit und Lichtbedürftigkeit ist sie hochwüchsigeren Pflanzen unterlegen. Sie kann sich daher nur an lange wasserbedeckten und daher locker bewachsenen Wiesenstellen („Sutten") entwickeln.
Die Glanz-Wolfsmilch
(Euphorbia lucida) ist eine der stattlichsten Pflanzen der Überschwemmungswiesen. Da sie sich auch über Wurzelausläufer ausbreitet, bildet sie oft ausgedehnte Gruppen, die im Frühsommer manche Wiesenpartien auffallend gelb färben. Dank der Bestände in den Marchauen wird die Art zur Zeit in den Roten Listen für Österreich in der weniger extremen Stufe „gefährdet" geführt. Bei einem Rückgang der Marchwiesen würde die Art aber sehr rasch in höhere Gefährdungsstufen aufrücken.


